Ein Jahr an.ge.kommen e.V.

EIN JAHR AN.GE.KOMMEN E.V.

365 Tage an.ge.kommen e.V. – In dieser Zeit haben wir gemeinsam viel erlebt, viel geschafft und viel verändert. Dafür möchten wir Danke sagen: Danke an alle Helfer, Freiwilligen und Organisationen die uns über kurz oder lang auf unserem Weg begleitet haben!

 

Einiges ist in diesem Jahr passiert, doch noch mehr soll in den kommenden Jahren auf uns zukommen, denn das Jahr hat uns gezeigt, dass wir das Richtige tun.

Deshalb möchten wir euch einen kleinen Einblick in unsere Arbeit geben und unsere Erinnerungen mit euch teilen. Wir haben viel gelacht, viel diskutiert und auch anstrengende Zeiten durchlebt. Doch jetzt wissen wir, dass sich jeder, wenn auch kleine Schritt, gelohnt hat.

 

Auf noch viele weitere Jahre mit euch!

Euer an.ge.kommen e.V. Team

an.ge.kommen e.V. ist für mich nicht nur eine Möglichkeit mir die Langeweile zu vertreiben (lacht), es ist vor allem ein Hort für Freundschaft. Ich habe bisher selten mit so herzlichen und zugleich produktiven Menschen zusammenarbeiten dürfen – egal ob unter unseren Teilnehmern, oder unseren Mitgliedern und Freiwilligen.

Jan Schneider

Öffentlichkeitsarbeit

Wie allgemein bekannt ist, stellt an.ge.kommen einen Verein dar, der Flüchtlingen und Migrierten beim „Zurechtfinden“ in der neuen Gesellschaft unterstützt. Die meisten Menschen würden wohl in diesem Zusammenhang von der Integration von Migrierten und Flüchtlingen sprechen.

Für mich sind wir nicht nur das: Ein Teil von an.ge.kommen zu sein bedeutet für mich, meine ganz eigene, persönliche Integration in eine sich verändernde Gesellschaft, die sehr divers, neu und spannend ist, deren friedliche Gestaltung allerdings keine Selbstverständlichkeit ist.

Deswegen bin ich froh darüber in eine Gemeinschaft integriert zu sein, die den Anspruch hat, unser gesellschaftliches Zusammenleben so zu gestalten, dass für Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit kein Platz ist.

Sarah Kempf

Sprachtandem

Unerwartet war für mich bei An.ge.kommen, obwohl es zu erwarten war, dass ich mit Menschen in den Deutschkursen zusammenarbeite, die aus Kriegsländern stammen und natürlich diese Erfahrungen verarbeiten müssen. Für mich ist das eine tiefgreifende und bewegende Erfahrung.

Christoph Köcher

Deutschkurse

Marah Theuerl

Vorstand

Für meine VorstandskollegInnen wird es wohl nicht verwunderlich sein, dass ich diese Geschichte hier zum Besten gebe.

Im Sommer letzten Jahres, kurz nach der Vereinsgründung, besuchte uns ein Vertreter eines Improvisationstheaters aus Gießen. Sie hatten die Einnahmen ihres letzten Auftritts gesammelt und er teilte uns mit, dass dieses Geld an an.ge.kommen gespendet werden solle. Wir saßen damals in unserem kleinen Koordinationsteam im Garten, hielten zunächst unsere Freude etwas zurück um möglichst kompetent zu erscheinen und als er ging haben wir vor Freude wie verrückt getanzt. Das war damals ein Grundstein für die Arbeit, die wir danach anbieten konnten.

Im Oktober musste ich leider von der aktiven Tätigkeit im Verein zurücktreten, da ich berufsbedingt in eine andere Stadt gezogen bin. Als ich Anfang des Jahres wieder zurückkehrte kam der Vertreter des Improvisationstheaters wieder und spendete uns erneut die Einnahmen aus dem letzten Auftritt. Zu diesem Zeitpunkt saßen wir in unseren eigenen Vereinsräumen in einer riesigen Orgagruppe und unser Angebot war nicht nur enorm ausgebaut, sondern auch gefestigt und verstetigt. Doch die Freude über die Spende war nicht minder groß.

Diese Anekdote soll kein Plädoyer für mehr Spendeneinnahmen sein. Vielmehr möchte ich damit ausdrücken, dass so viele Menschen in Gießen (und sogar außerhalb von Gießen) am Aufbau, der Umsetzung und nun der Verstetigung des Vereins beteiligt waren und sind. Jede Person oder Gruppe auf die Art und Weise wie es ihr oder ihm möglich ist. Und dafür bin ich sehr dankbar!

Es ist so unglaublich viel in so unglaublich kurzer Zeit passiert. Eben saßen wir noch bei „gutem Wetter“, ich glaube es waren 8°, bei Marah und Sinem im Garten und im nächsten Moment sitzen wir in den eigenen Vereinsräumlichkeiten. An Geschichten und Anekdoten fehlt es uns allen nicht. Dennoch kommt es mir so vor als wäre es erst gestern gewesen als wir in der Dings-Bar saßen und einen Verein gegründet haben.

an.ge.kommen e.V. heißt für mich, etwas unglaubliches zu erleben. Ich arbeite seit meinem 13 Lebensjahr, inzwischen also 15 Jahre. Ich habe auf dem Dach und unter der Erde gearbeitet. In einer Kanzlei und auf dem Bau, inzwischen also ein mannigfaltiges Erlebnis. Dennoch habe ich noch nie ein so passioniertes und professionelles Team gesehen. Und was viele Menschen wohl nicht verstehen werden, wir machen das umsonst, in unserer Freizeit und dabei doch so als wären wir unglaublich gut bezahlt.

Nicht untätig danebenstehen, wenn Menschen Unterstützung brauchen ist etwas Wundervolles was uns alle verbindet. Alle Mitglieder, Freiwillige und Teilnehmer haben Ihre unschätzbaren Teil dazu beigetragen, dass an.ge.kommen e.V. vielen Menschen Unterstützung in einer der schwersten Zeiten ihres Lebens gegeben hat.

Im letzten Jahr habe ich unglaubliche Menschen kennengelernt, die dem Ziel, dass Menschen welche vor Krieg und Terror fliehen, sich vielleicht einen Moment lang angekommen fühlen konnten, oftmals alles untergeordnet haben. Ihnen gebührt meine Anerkennung.

Robert Schönzart

Vorstand

Sinem Ökzan

Vorstand

In einem Seminar habe ich den Verein vorgestellt und am Ende hat eine Studentin eine Frage gestellt: „Ihr seid so viele Leute, die aus unterschiedlichen Länder und Kulturen kommen; die unterschiedliche Muttersprachen, Gewohnheiten und Religionen haben und ihr arbeitet zusammen, macht zusammen Aktivitäten, bzw. verbringt viel Zeit miteinander. Habt ihr nie Konflikte, Streitigkeiten oder gibt es nie Kämpfe zwischen Leuten?“

Als ich ihr eine Antwort gab, musste ich feststellen, dass mir so etwas bisher auch nie eingefallen war, da es für mich ganz normal war: Wir hatten ein Jahr lang wirklich keine solche Situation erlebt.

Das war dann meine Bestätigung, dass unsere Theorie richtig war und unser Ziel haben wir erreicht: eine Plattform zu schaffen, wo Leute mit- und füreinander da sein können, ohne Verurteilung wegen ihrer Religion, wegen ihres kulturellen sowie sprachlichen Hintergrunds oder wegen ihrer Alltagsgewohnheiten. 

SIE HABEN INTERESSE? DANN UNTERSTÜTZEN SIE UNS!